Guido Reil

Ich bin in Gelsenkirchen geboren, zur Schule gegangen und habe dort auch meine Lehre zum Industriemechaniker gemacht. Ich habe 33 Jahre im Bergbau gearbeitet, zum Schluß als Steiger auf Prosper Haniel in Bottrop, dem letzten deutschen Steinkohle Bergwerk.

Wie mein Vater und mein Großvater vor mir war ich überzeugter Sozialdemokrat. Mein ganzes Arbeitsleben hatte ich mich für die Gewerkschaft engagiert, zuletzt als Betriebsrat. Ich war in der AWO aktiv gewesen und 20 Jahre lang kommunalpolitisch tätig, davon 11 Jahre – bis heute – als Ratsherr der Stadt Essen.

Die SPD habe ich verlassen, weil ich den Niedergang des Ruhrpotts, meiner Heimat, nicht länger ertragen konnte. Die SPD hat sich nie dagegen gestellt. Sie hat sich blind gestellt und ihn einfach geschehen lassen, ihn sogar in einigen Bereichen noch befördert.

Sie hat den Kontakt zur Realität und zum einfachen, ehrlichen Arbeiter und Menschen verloren. Die absurde Flüchtlingspolitik hat das besonders deutlich gemacht.

2016 trat ich aus der SPD aus und kurze Zeit später in die AfD ein. „Zur Strafe“ wurde ich aus der AWO rausgeschmissen, mein Haus wurde sechsmal „verschönert“ und das Auto meiner Frau zerstört.

Ich habe mich nicht einschüchtern lassen. Ich sage noch immer, was ich denke und berichte von dem, was ich sehe. Ich kämpfe für die einfachen Leute, die morgens im Dunkeln aufstehen und dieses Land am Laufen halten – trotz allem.

Guido Reil

Im EU-Parlament

Seit Mai 2019 bin ich Abgeordneter im EU-Parlament in Brüssel und Straßburg. Ich bin in Vollmitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales (EMPL) und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Industrie und Forschung (ITRE).

Neben der parlamentarischen Arbeit engagiere ich mich weiterhin für Menschen in Not, vor allem für Wohnungs- und Obdachlose, deren Anzahl in ganz Europa durch die Decke geht.