Mein Buch

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Mitstreiter und Freunde,

am 28. Dezember 2016 erfror die Obdachlose Elli mitten in der Düsseldorfer Altstadt. Elvira Nagel, wie sie mit vollem Namen hieß, war nur 48 Jahre alt geworden. Sie lebte vom Verkauf der Obdachlosenzeitung „fiftyfifty“ und war ein bekanntes Gesicht in Düsseldorf. In der Szene galt sie als eine Art Mutter. Sie war sehr beliebt. Zu ihr konnte man kommen, wenn man Sorgen und Nöte hatte. Sie hörte zu, war Ansprechpartnerin und Problemlöserin. Nur ihre eigenen Probleme, die Trauer über den Tod ihrer Mutter, das Elend ihrer Familie, den Alkohol und die Drogen, konnte sie nicht lösen. Ihr Tod hat medial hohe Wellen geschlagen und Fragen aufgeworfen, die viel zu selten gestellt werden:

  • Warum leben in einem Land wie Deutschland Menschen auf der Straße?
  • Wie ist es möglich, dass Menschen auf offener Straße erfrieren?
  • Liegt das an den Hilfsangeboten? Gibt es nicht genug oder die falschen?

Die großen, deutschen Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen sagen, dass niemand auf der Straße schlafen müsse. Not-Schlafstellen gäbe es genug. Das Problem seien die Obdachlosen, die die Angebote einfach nicht annähmen. Auch ich habe das lange Zeit geglaubt. Ich war überzeugt, dass in Deutschland niemand auf der Straße leben müsse, der das nicht auch wolle. Schließlich haben wir das gefühlt beste Sozialsystem der Welt. Es kann also nur an den Obdachlosen liegen. Sie wollen keine Hilfe. Sie wollen sich nicht an Regeln halten. Es ist ihre Schuld und man kann nichts machen.

Ellis Tod hat mich so berührt, dass ich hingefahren bin. Ich wollte mit den Menschen vor Ort reden. Ich wollte verstehen,was passiert war und warum. Ich habe mit vielen Obdachlosen gesprochen und auch Ellis Freund kennen gelernt. Sie haben mir viel von Ellis bewegtem Leben erzählt und von ihrer großen Trauer, die sie auch zwanzig Jahre nach dem Tod ihrer Mutter nicht überwinden konnte. Und sie haben mir von sich selbst erzählt, warum sie obdachlos wurden und welche Probleme sie auf der Straße haben. Viele von ihnen erzählten mir, dass auch sie nicht in die städtischen Not-Schlafstellen gingen und auch in Zukunft nicht dorthin gehen würden – trotz Ellis schrecklichen Schicksals.



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