Ein Kommentar von Holger W. Sitter

Guido Reil ist Steiger, Betriebsrat und ein Glücksfall für die Alternative für Deutschland! Mit seinem Eintritt, Auftritt und schließlich der Wahl auf die Landesliste, erhielt die AfD NRW einen wertvollen Zugang zum traditionellen Arbeitermilieu. Ein Blick auf die Geschichte des bevölkerungsreichsten Bundeslandes offenbart, dass die sogenannte Arbeiterklasse an Rhein und insbesondere Ruhr sehr wohl Wahlen entscheiden kann.
Denn: NRW ist mit etwa 17,8 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Bundesland…

Guido Reil ist ein Urgestein des Ruhrgebiets: ohne Berührungsängste, engagiert – ein richtiger „Kumpel-Typ“, wie man in den alten Bergbauregionen zu sagen pflegt. Der Ruhrpott hat längst große Defizite an glaubwürdigen Persönlichkeiten, doch es herrscht wieder Hoffnung: .„Auch der in diesem Jahr von der SPD zur AfD gegangene Essener Ratsherr Guido Reil dürfte mit Platz 26 einen aussichtsreichen Listenplatz haben. Im Ruhrgebiet gilt Reil als Hoffnungsträger vieler von der eigenen Partei enttäuschten bisherigen SPD-Wähler“ heißt es in den Medien.

Er sei über Reil „menschlich zutiefst enttäuscht“, hatte SPD-Fraktionschef Rainer Marschan daraufhin der „WAZ“ gesagt. Der ehemalige Sozialdemokrat habe „sämtliche Prinzipien aufgegeben“. Obwohl er sich im Mai (im Streit) nach 26 Jahren von „seiner“ SPD getrennt hatte und aus der Partei ausgetreten war, hatte die Ratsfraktion ihm ein Rückkehrrecht eingeräumt. Erst als der Ratsherr Anfang Juli bei Facebook seinen Beitritt zur AfD bekannt gegeben hatte, zogen die Sozialdemokraten das Angebot zurück und begriffen, dass der gradlinige Reil ihnen verloren gegangen war.

Auch die Tatsache, dass die SPD einen „Informationsbeschaffer“ inkognito zur AfD-Landeswahlversammlung nach Rheda-Wiedenbrück entsandte, zeigt, welch immensen Respekt die alteingesessene Sozialdemokratie vor diesem Mann und seinem Leistungspotenzial hat. Zu Recht!